Nun kämpfen auch die Dokumentarfilm-Regisseure gemeinsam für ihre Ziele: “Dok-Regisseure vereinigt Euch!” – unter diesem Motto haben sich innerhalb kürzester Zeit über 300 Dokumentarfilm-Regisseure zusammengefunden und die Interessenplattform www.dok-regie.de gegründet. Unter dem Dach des BVR entsteht zudem der längst überfällige berufsständische Zusammenschluss.
Ist die Arbeit der Dok.film-Regisseure wirklich so wenig wert, wie die aktuell skandalös niedrige Vergütung und die insgesamt fehlende kultur- und programmpolitische Anerkennung signalisieren? Die Regisseure sagen entschieden: Nein!
Zum ersten Mal traten die sich organisierenden Dok.film-Regisseure während des dok.festes München an die Öffentlichkeit. Sie erklärten, diskutierten, provozierten und fordern zu einem kämpferisch-engagierten Schulterschluss auf. Gemeinsam wollen sie Wege aufzeigen und finden, die Arbeits- und Honorarbedingungen von Dok.film-Regisseuren nachhaltig zu verbessern.
Die türkischen Hochzeitsmacher
Untertitel
Doku |
Deutschland, Türkei 2003
Regie Christoph Weinert
Drehbuch Christoph Weinert
Ausstrahlung ARTE
Produktionsfirma Medienkontor
Erstaufführung Erstaufführung
Samstag abend in Berlin Kreuzberg. Im vierten Stock eines Eckhauses sitzen 600 festlich gekleidete Gäste an langen Tischen und warten auf das Brautpaar. Das aber kommt - ganz nach Brauch - immer zuletzt. Organisiert hat die Zeremonie der 37-jährige Mehmet Gemici, einer der größten türkischen "Hochzeitsmacher" in Berlin. Und heute will der jüngste Sohn seines engsten Mitarbeiters und Freundes Musa Coskun heiraten.
Gegen halb acht ist es endlich soweit, das Brautpaar betritt den Saal. Zu den Hochzeitsklängen stellen sich die Gäste in zwei Reihen auf, reichen sich die Arme und bilden einen Tunnel, durch den das Brautpaar zur Tanzfläche gelangt. Wie im Rausch werfen die Gäste Konfetti um sich. Das Brautpaar tritt seinen ersten Tanz zu den Klängen des Dügün Alayi an. In ihrem weißen Satin-Kleid und dem mit Blumen bestückten Schleier sieht die Braut wie eine orientalische Märchenprinzessin aus. Pro Jahr werden in Berlin rund 500 türkische Paare getraut. Und jede Branche möchte mitverdienen. Ob der türkische Partyservice für das Festbuffet, der Florist für das Blumengesteck am Auto oder der Juwelier für den Brautschmuck. Reichlich Arbeit auch für türkische Zuckerbäcker, Musiker, Getränkehändler, Friseure, Möbelgeschäfte für die Wohnungseinrichtung und Fotografen. Die Branche boomt, denn die türkische Bevölkerung in Berlin ist jung. Und solange das "Miteinander gehen" unüblich bleibt, und die Paare weiterhin mit spätestens 25 Jahren heiraten, wird die Hochzeitsindustrie florieren und einer wie Mehmet Gemici nicht klagen können.
"360°-Die Geo-Reportage" begleitet den türkischen Hochzeitsmacher Mehmet Gemici, wie er mit 600 Gästen eine außergewöhnliche Hochzeitsfeier begeht, deren Festlichkeiten mehrere Tage dauern.
