Der BUNDESVERBAND REGIE gratuliert seinem Mitglied MICHAEL HANEKE zum Gewinn mehrerer Deutscher Filmpreise, eines Golden Globe, den die Hollywood Foreign Press Association in der Kategorie “Bester nicht englischsprachiger Film” für DAS WEISSE BAND vergeben hat.
Im Dezember 2009 erhielt DAS WEISSE BAND drei Europäische Filmpreise 2009 in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch. Zuvor hatte Haneke bereits die Goldene Palme der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele von Cannes sowie den CineMerit Award des Münchner Filmfestes 2009 erhalten. Diese Vielzahl von Auszeichnungen bei fast allen wichtigen Filmpreisen in Deutschland und Europa ist selbst im internationalen Filmschaffen einzigartig. Und sie sind verdient.
Michael Haneke greift in DAS WEISSE BAND zurück auf die ureigensten Mittel der Magie des Kinos: auf schwarzweiße Bilder, auf den rhythmischen, gelegentlich auch kontrapunktisch gebrochenen Fluss der Bilder, auf den visuellen und emotionalen Sog, der sich langsam, aber stetig aufbaut.
Ihm ist ein Film gelungen, der eine heute kaum noch greifbare historische Stimmung einfängt und sie zum Ausgangspunkt einer faszinierenden Analyse der Entstehung von Gewalt macht. Es sei „der präziseste Film, der jemals über etwas Vages gedreht wurde – und als solches durchaus hypnotisierend“ (schrieb die deutsche Fachzeitschrift Blickpunkt: Film bewundernd).
In der sehr eigen-, fast urtümlichen visuellen Stimmung, die Haneke meisterhaft entfaltet, erweitert er die Wahrnehmung, Empfindsamkeit und Kritikfähigkeit der Zuschauer. Ein Ausschnitt der Welt wird durch präzise Erfassung einer kleinen menschlichen Gesellung in unglaublicher Dichte sichtbar. Feinste menschliche Empfindungen und Traumata wachsen empor und werden spür-, erahn- und gelegentlich auch sichtbar. Es entsteht ein Geflecht, das die Bedingungen für die dieser Welt inhärente Gewalt zusammenfügt.
Wohl nicht nur der Jury in Cannes und der Europäischen Filmakademie stockte dabei der Atem. Wenn dann auch noch der Produzent des Films eingesteht, wie wichtig und anregend ihm die Zusammenarbeit mit „einem der wichtigsten Filmkünstler unserer Zeit“ gewesen ist, dann erhält der Filmregisseur Michael Haneke auch branchenintern die Anerkennung, die er seit langem verdient.
JK
