Dabei geht es nicht nur um künstlerische Entscheidungen, wie sie zwischen Regie und Kamera, Ausstattung oder Schauspielern getroffen werden, sondern vor allem um jene ebenso wichtigen technisch-organisatorischen Absprachen, auf denen jede künstlerische Filmarbeit aufbaut.
Insbesondere die Kolleginnen und Kollegen der Abteilungen
Regieassistenz
Aufnahmeleitung (genauer: Set-Aufnahmeleitung)
Continuity
sind diesbezüglich wichtige Ansprechpartner der Regie.
Ein Regieassistent entwickelt schon während der Vorbereitungszeit und in Absprache mit Produktion und Regie einen Drehplan. Außerdem ist er in dieser Phase die wichtigste Schnittstelle in der Kommunikation zwischen allen Abteilungen. Der Regieassistent koordiniert u.a. Termine für Motivbesichtigungen, Requisiten- und Kostümabnahmen oder auch Leseproben mit den Schauspielern.
Während der Drehzeit sind Regieassistenz und Aufnahmeleitung gemeinsam für die Organisation der Dreharbeiten am Set verantwortlich. In einigen Produktionen wird nach dem amerikanischen System mit dem sogenannten 1st Assistant Director (A.D.) gearbeitet, der den Set-Aufnahmeleiter ersetzt, dafür aber mindestens von einem 2nd, mitunter auch von einem 3rd A.D., unterstützt wird. Zu den Aufgaben der Regieassistenz und der Aufnahmeleitung gehören u.a. die Disposition von Drehzeiten, Schauspielern (incl. Komparserie) und Team. Damit das funktioniert, sind sie auf eindeutige Ansagen der Regie angewiesen: z. B. Welche Einstellungen sind geplant? Welche Schauspieler, Komparsen oder Requisiten werden gegebenenfalls gebraucht oder sind abgedreht?
Da die Regieassistenten auf Grund ihrer vielfältigen organisatorischen Aufgaben am Set oft nicht in der Nähe der Regie arbeiten, ist in den letzten Jahren das Continuity nach der Kamera eine der wichtigsten Ansprechpartner für die Regie geworden. Dies betrifft nicht nur die klassischen Anschlußprobleme, wie z.B. die Frage, ob der Held seinen Koffer in der rechten oder linken Hand trägt, sondern durchaus auch künstlerisch dramaturgische Fragen bzgl. Textänderungen, Spiel-Timing, Planung von Einstellungen oder auch der Beurteilung der gedrehten Aufnahmen.
Vielfach sind Continuities auch während der Vorbereitungszeit schon für die Supervision der Drehbuchänderungen zuständig – dies natürlich immer in enger Abstimmung mit der Regie.
Je besser also Regisseurinnen und Regisseure über die Zuständigkeiten und Kompetenzen ihrer Teammitglieder – insbesondere der Abteilungen Regieassistenz, Aufnahmeleitung und Continuity – informiert sind, desto mehr können sie davon für ihre künstlerische Arbeit profitieren. Eben diese Kenntnisse sind bei den meisten Absolventinnen und Absolventen der deutschen Filmhochschulen derzeit eher mangelhaft und bedürften dringend einer an der aktuellen Berufspraxis orientierten Verbesserung.
Franziska Werners BVR ist Autorin des Buches Continuity & Script bei Fernsehen und Film.Sie kam nach Studium und Regieassistenz am Theater zum Film, wo sie seit 1995 als Script/Continuity und Regieassistentin bei nationalen und internationalen Filmproduktionen gearbeitet hat. Am Kölner Filmhaus leitet sie Seminare für den Beruf Script/Continuity.
RegieInformationen – Franziska Werners BVR
