Teilen Regieverband vereinbart gemeinsame Vergütungsregeln mit Pro7Sat.1

Der BUNDESVERBAND DER FILM- UND FERNSEHREGISSEURE E.V. (BVR) und der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) haben sich mit der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH auf gemeinsame Vergütungsregeln gemäß §§ 32 a, 36 UrhG geeinigt. Damit wird zum ersten Mal eine kollektivvertragliche Regelung nach dem Urhebervertragsrecht für Fernsehproduktionen vereinbart. Sie gilt für alle Sender der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH, die sich damit nachhaltig auch zu ihrer Branchenverantwortung bekennt.

Festgelegt wird erstmals ein Mindesthonorar für fiktionale TV-Movies und Serien sowie für Kino-Co-Produktionen von ProSiebenSat.1. Das Mindesthonorar als Untergrenze für die Bestimmung einer angemessenen Vergütung nach § 32 UrhG lautet für ein 90 min. TV-Movie sowie für Kino-Co-Produktionen mit einem Budget von 1,5 bis 2,5 Mio. EUR auf 61.000 EUR + 7 % USt, insgesamt brutto also auf 65.270 EUR. Für eine Serienepisode im Umfang von 45 min. ist entsprechend die Hälfte dieses Betrags als Mindesthonorar in Ansatz zu bringen. Diese Mindestvergütung bezieht sich auf einen Buyout-Vertrag, der erfolgsbedingt weitere Beteiligungen ermöglicht.
Vereinbart wurde, dass Regisseure im Erfolgsfall bei entsprechender Zuschauerreichweite eine Folgevergütung erhalten. Außerdem ist eine Beteiligung an den Auslandsverkäufen vorgesehen, wenn sich eine Produktion auch hier als Erfolg herausstellt. Eine Zusammenfassung aller Bausteine der Vergütungsregel in Form von definierten Mindesthonoraren und erfolgsbedingten weiteren Beteiligungsstufen ist im internen Mitgliederbereich des BVR eingestellt.

Stephan Wagner und Peter Carpentier, geschäftsführende Vorstände des BVR erklärten zum Verlauf der Verhandlungen und der gefundenen Lösung: „Wir haben uns in sehr konstruktiven Gesprächen mit ProSiebenSat.1 aufeinander zubewegt. Das Ergebnis ist ein Folgevergütungssystem, das einerseits die Ansprüche der Schauspieler und Regisseure konkret verbrieft und anderseits den Rahmenbedingungen privater Sender gerecht wird.“

Dr. Stefan Gärtner, Leiter Koproduktion und Filmpolitik ProSiebenSat.1 TV Deutschland erklärte: „Da bei diesem Folgevergütungsmodell jeder erreichte Zuschauer und Nutzer von Onlineangeboten zählt, berücksichtigt das System alle technischen Verbreitungsformen und hilft, Eingangshindernisse für neue Sender bzw. Auswertungen zu vermeiden. Und das ist gut für alle.“

In dieser Vergütungsregel festgelegt wird erstmals ein Regie-Mindesthonorar für fiktionale TV-Movies und Serien sowie für Kino-Co-Produktionen von Pro7/Sat.1. Darüber hinaus erhalten Regisseure und Schauspieler beim Überschreiten definierter Nutzerzahlen eine weitere Vergütung sowie eine Beteiligung an den Auslandsverkäufen. Der Erfolgsfall knüpft an eine Refinanzierungsschwelle an, die sich aus dem Durchschnitt der Zuschauerakzeptanz (Quote) von drei Prime Time-Ausstrahlungen auf Pro7 und/oder Sat.1 als Durchschnittswert der letzten zehn Jahre ergibt.
Einbezogen in die Reichweitenermittlung werden die Quoten aller Ausstrahlungen (egal auf welchem Sender und zu welcher Sendezeit), sämtliche digitalen online- und on demand-Nutzungen sowie Pay TV und DVD-Verkäufe, die mit einem höheren Faktor gewichtet werden. Insgesamt erfasst wird damit die tatsächliche Zuschauer- bzw. Nutzeranzahl. Außerdem ist eine Beteiligung für Auslandsverkäufe vereinbart worden, wenn diese eine bestimmte Umsatzschwelle überschreiten. Für das francophone Ausland besteht zudem ab 2014 die Möglichkeit, an den dort üblichen Vergütungen für Senderechtsentschädigungen zu partizipieren.

In diesem neuen Vergütungsmodell werden auch Altfälle seit 2002 berücksichtigt, dem Jahr des Inkrafttretens des Urhebervertragsrechts, so dass es zum Teil zu beträchtlichen Nachvergütungen für in der Vergangenheit besonders erfolgreiche TV-Movies, Serien und Kinofilme kommen wird. Die Sendergruppe erhält mit diesen Vergütungsregeln Rechtssicherheit, und für Regisseure und Schauspieler wird das bisherige starre Buyout-Honorierungsmodell durch erfolgsbedingte Folgevergütungskomponenten umgestaltet.

Die Gemeinsamen Vergütungsregeln wurden am 1. Juli 2013 von den Beteiligten in Unterföhring unterzeichnet und treten sofort in Kraft. Sie haben zunächst eine Laufzeit bis zum 30.6. 2015 und werden dann evaluiert und angepasst. Lesen Sie den Text der Vergütungsregeln mit dem BVR hier cb-tm.de/notiz/download.php?id…

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