Maria Speth gewinnt den Silbernen Bären

15 Filme gingen im Wettbewerb der 71. Berlinale ins Rennen um die Bären.

Mit ihrer Langzeitdokumentation "Herr Bachmann und seine Klasse" gewann Regisseurin Maria Speth den Preis der Jury. Speth begleitet an einer Schule in Hessen den Lehrer Dieter Bachmann, dessen 12- bis 14-jährige Schülerinnen und Schüler zum Teil noch kein Deutsch sprechen. Mit Geduld und Empathie hilft Bachmann den Kindern bei der Integration und beweist, wie wichtig Bildung ist.

Jury-Begründung:
"Im Film kann man die Aufmerksamkeit auf grundlegende Probleme lenken, indem man den Finger auf die Wunde legt, oder indem man Zuversicht zeigt und Anregungen gibt, wie eine positive Veränderung bewirkt werden kann. Die Regisseurin dieses einfühlsam-kraftvollen Dokumentarfilms hat sich für letztere Strategie entschieden. Der Film behält immer den richtigen Abstand in seiner Konzentration auf einen der 'Außendienstmitarbeiter' unserer Gesellschaft, der für die prägendsten Jahre unserer Kinder bestimmend ist und ihre Lebenseinstellung nachhaltig beeinflusst. Aus der Perspektive der Regisseurin beobachtet ist dieser Lehrer einzigartig: er gestaltet ein System in der Krise – unser europäisches Bildungssystem – um, federt es ab, macht es menschlicher, und diese Menschlichkeit macht es viel wirksamer. Der Film zeigt, wie weit man es allein mit echtem Respekt, offenem Austausch und dem Zaubertrick bringen kann, den alle großartigen Lehrer*innen beherrschen: sie entfachen das Feuer der Leidenschaft in ihren Schüler*innen, indem sie ihre Fantasie anregen."

Wir gratulieren herzlich!