21. Februar 2018

BVR goes feminine

Mitgliederversammlung 2018 des Bundesverband Regie e.V.

Erstmals in seiner Geschichte hat der BVR in seiner Mitgliederversammlung mehr Frauen (6) als Männer (5) in seinen Vorstand gewählt. (Auf dem Foto fehlen Marie Noelle, Katarina Schickling und Julia Eplinius, die vorzeitig gehen mussten.)

Aus dem Bereich Regie wurden Peter Carpentier, Stephan Wagner und Markus Bräutigam bestätigt.  Neu hinzugekommen sind Marie Noelle („Marie Curie“), Bettina Schoeller-Bouju („Großstadtrevier“), Susann Reck („Allee der Kosmonauten“) und Cornelia Grünberg („VIERZEHN - Erwachsen in 9 Monaten“).

In den Berufsgruppen gewählt und durch die Mitgliederversammlung als Vorstände bestätigt wurden Katarina Schickling (Dok-Regie), Stefan Ludwig (Synchron-Regie), Axel Schill (Script Supervisor) und Julia Eplinius (Regieassistenz).

Wichtige Themen der Mitgliederversammlung waren die Online Direktive, der Stand der Vergütungsverhandlungen sowie die Ergebnisse des Diversitätsberichts und die Gründung einer unabhängigen Beschwerdestelle.

Eine der Aufgaben, die den BVR im laufenden Jahr mit am meisten beschäftigen wird, ist die Forderung an das Europäische Parlament, ein unverzichtbares Recht auf anteilige Vergütung der audiovisuellen Urheber für die Nutzung ihrer Filme auf Online Plattformen in der neuen Urheberrechtslinie zu verankern. Über den Entwurf der EU-Urheberrechtslinie wird derzeit zwischen den Mitgliedstaaten im Europäischen Parlament verhandelt.

Die Vergütungsverhandlungen mit den Sendern laufen weiter. Die Mediation mit der ARD und Produzentenallianz ist nach ihrem Scheitern in ein Schlichtungsverfahren übergegangen. Der Schlichterspruch wird im Sommer 2018 erwartet. Die Vergütungsverhandlungen mit dem ZDF sollen im Frühjahr 2018 abgeschlossen werden.

Die Ergebnisse des vom BVR erstellten Diversitätsberichts spiegeln weiterhin einen ungleich geringen Anteil an der Beschäftigung von Frauen in der Filmbranche. Für die ARD inszenierten Regisseurinnen 2016 nur 19,3 %, für das ZDF nur 14,4 % der Sendeminuten. 22 % der Kinospielfilme wurden 2016 -„im Jahr der Filmfrauen“ - von Frauen inszeniert. Dies obgleich der Anteil an Absolventinnen der Filmhochschulen seit Mitte der 1990er Jahre konstant bei ca. 44 % liegt.

Der BVR ist Mitgründer einer gemeinsamen Einrichtung zur Entwicklung und Wahrung genderbezogener Ethikregeln in der Filmbranche. Die unabhängige Beschwerdestelle gegen sexuelle Belästigung wurde zusammen mit dem Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS), Pro Quote Regie e.V., der Deutschen Filmakademie und weiteren neun Verbänden der Filmbranche ins Leben gerufen. Sie wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien,  Frau Staatsministerin Prof. Monika Grütters, mit einer hundertprozentigen finanziellen Förderung der ersten Monate unterstützt. EDITH FORSTER