Micha Baumann wächst in einem Dorf im Münchner Hinterland auf. Seine Haare sind so rot, dass sie im Dunklen leuchten und wenn Saison ist zählt er etwa 12.000 Sommersprossen. Als man ihm die Segelohren anlegt scheint es so richtig loszugehen. Wilde Jahre in Milbertshofen, Jobs als Kellner, als Hilfssenner, als Lagerist in einer Schrumpfschlauchfabrik.
Nach einem Pädagogikstudium folgt ein Regiestudium in Babelsberg. Sein erster Kurzfilm, eine Plansequenz aus der Sicht des Messers einer Guillotine ist ein Erfolg und gewinnt etliche Preise.
Er dreht viele Filme und studiert wenig. Mit seinem Abschlussfilm, einem Roadmovie über die Odyssee eines 16-jährigen und einer tschechischen Kellnerin ist er kreuzunglücklich und überlegt etwas ganz anderes zu machen. In die Hochschule beschließt er nie mehr wieder einen Fuß zu setzen, als ihn der Prüfungsvorsitzende für untalentiert erklärt.
Ein Dokumentarfilm über einen alten Stuttgarter Frisiersalon und ein Filmbühnenspiel am Staatstheater Stuttgart bringen ihn wieder zurück zum Film. Mit dem Buch zum Kinofilm WILLKOMMEN BEI HABIB gewinnt er gemeinsam mit Sabine Westermaier den Thomas Strittmatter Drehbuchpreis, was er mit Thorsten Merten, Luise Heyer, Kida Khodr Ramadan, Godehard Giese inszeniert.
Für das Drehbuch zum Familiendrama MISSING*LINK sind sie erneut nominiert; einem geheimnisvollen Sommerfilm um ein Mädchen im Patchworkwahnsinn, das auf dem Filmfest München im Juni 2025 Premiere feiert und April 2026 in die Kinos kommt. Mit dabei Susanne Wolff, Wolfram Koch und die Neuentdeckung Luca Brüggemann.
Derzeit arbeitet er – wieder mit Sabine Westermaier - an dem Liebesfilm DER FELS, einer verhängnisvollen Ménage à trois zwischen zwei Frauen und einem Mann in den französischen Bergen, in der ein Ferienhaus zum Albtraum wird.