2012


Auf der 37. Mitgliederversammlung in Berlin wird turnusgemäß der Vorstand neu gewählt.  Ihm gehören nun an: Peter Carpentier, Jobst Oetzmann und Stephan Wagner (geschäftsführend), Markus Bräutigam, André F. Nebe, Manuel Siebenmann, Petra Misovic sowie neu Bettina Woernle und Kirsten Esch (für die in den letzten Monaten vermehrt zum BVR gestoßenen Dokumentarfilm-Regisseure). Sie sind mit fantasievollen Veranstaltungen auf dem Münchner und dem Leipziger Dok.filmfest präsent und weisen auf katastrophale Produktions- und Vertragsbedingungen bei den Sendern hin.

Die Berlinale-Fachdiskussion beschäftigt sich mit dem Thema „Online-Verwertung von AV-Werken“ und untersucht neue Überlegungen, die ein Grünbuch der EU-Kommission anstellt. Zu den Diskutanten gehören die EU-Parlamentarierin Helga Trüpel (Grüne), der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling (CDU), ZDF-Justiziar Peter Weber und der Regisseur und Produzent Hans W. Geißendörfer. Zum Grünbuch der EU nehmen BVR und FERA in umfangreichen Eingaben Stellung. Das Thema Online-Verwertung ist auch ein Schlüsselthema in einer aktuell eskalierenden Urheberrechts-Debatte. In einer Vielzahl von Podiumsdiskussionen, Texten und Stellungnahmen engagiert sich der BVR für eine Stärkung des Urheberrechts gerade im digitalen Zeitalter, zum Teil in Verbindung mit dem Deutschen Kulturrat und der Initiative Urheberrecht.

Der Rechtsstreit mit dem ZDF über eine urhebervertragsrechtliche Schlichtung spitzt sich zu. Das LG München entscheidet (nach Verweisung des LG Frankenthals) zugunsten des BVR und weist die negative Feststellungsklage des Senders ab. Die 33. Zivilkammer bekräftigt, dass das ZDF zu Vergütungs-Verhandlungen bzw. zur Schlichtung verpflichtet sei. Es betont den Status des Senders als Werknutzer auch bei Auftragsproduktionen. Das ZDF ist daraufhin zu Verhandlungen nach dem Urhebervertragsrecht bereit, wenn die ProduzentenAllianz einbezogen wird. –

Die Fachgruppe Regieassistenz veranstaltet eine Fortbildung über Drehplan-Programme. Aufgrund langjährigen Insistierens erleichtert sich der Bezug von ALG I für kurzfristig Beschäftigte zum 1. August wenigstens etwas. Die Oppositionsparteien SPD und Grüne versprechen zudem spätere grundlegende Verbesserungen.

Der Deutsche Regiepreis METROPOLIS, unterstützt von Audi und der HVB, wird im Dezember 2012 in München im Rahmen eines neuen internationalen Filmgipfels MOVIECOM518 zum zweiten Mal vergeben. Neben der Regiepreis-Gala organisieren BVR und Services GmbH mehrere Panels, u.a. zur Zukunft der Verwertungsgesellschaften, Krise oder Neuanfang bei der Degeto und zu 10 Jahren Urhebervertragsrecht. Den METROPOLIS 2012 für das Lebenswerk als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst erhält Wolfgang Petersen, der aus Santa Monica anreist und in einem Werkstattgespräch brilliert. Die weiteren Regiepreis-Träger 2012, wiederum von den BVR-Mitgliedern gekürt, sind: Christian Zübert, Dagmar Hirtz, Arne Feldhusen, David Wnendt und Maria Speth (für den erstmals vergebenen Regiepreis Dok.film).