2013


Die traditionelle Berlinale-Fachdiskussion wird abgelöst von einer entspannten Party in einer von mehr als 1.000 Personen gefeierten „Directors Night“. Im Zentrum der Verbandsarbeit stehen die kollektivvertraglichen Verhandlungen mit Pro7Sat.1 sowie dem ZDF. Mit dem Privatsender wird am 1.7. 2013 eine bahnbrechende Gemeinsame Vergütungsregel abgeschlossen. Es ist gelungen, den starren Buyout des privatwirtschaftlichen Senders aufzubrechen und durch erfolgsbedingte weitere Beteiligungen zu ergänzen. Diese beträgt pro Erfolgsstufe 5.000 (Serienfolgen) bzw. 10.000 EUR (TV-Movie). Voraussetzung ist, dass mehr als 5,25 Mio. bzw. 6,51 Mio. Zuschauer und Nutzer zu verzeichnen sind. Auch das vereinbarte Mindesthonorar von 61.000 EUR zzgl. USt wird durchweg positiv aufgenommen. Nicht ganz so konstruktiv wie mit Pro7Sat.1 verlaufen die Verhandlungen über eine Vergütungsregel Auftragsproduktion des ZDF, die nach einem gerichtlichen Vergleich, mit dem gleich drei Verfahren befriedet wurden, im Februar beginnen. Nach sechs Verhandlungsrunden hat sich das ZDFzwar etwas bewegt. Das Ergebnis der Honorarhöhe wie des wiederholungshonorarfähigen Honorars befriedigt jedoch nicht. Noch ganz am Anfang stehen die Verhandlungen mit der ARD. Hier hat der BVRden BR zu Vergütungsregel-Verhandlungen aufgefordert. Geantwortet hat jedoch der WDR, der die Federführung in der Juristischen Kommission der ARD hat. Er signalisierte eine ARD-weite Verhandlungsrunde, die im Dezember 2013 zum ersten Mal zusammen kommt.

Eine weitere Vergütungsregel zu Gagen und Erlösbeteiligung Kinofilm wird mit der ProduzentenAllianz (PA) verhandelt. Die PA zog es bisher vor, mit ver.di einen Ergänzungs-Tarifvertrag Erlösbeteiligung für Kinofilm-Urheber zu vereinbaren. Leider ist das Ergebnis der Beteiligung in Höhe von 7,5 % (in der realistischen 1. Stufe) für alle denkbaren Filmurheber und Leistungsschutzberechtigten sehr niedrig.

Aktiv beteiligt sich der BVR an der Debatte um die Novellierung des FFG, die 2013 graduelle Veränderungen bringt, und in den Gremien der FFA, die ab dem 1.1. 2014 neu berufen wurden. Der BVRentsendet zwei Regisseure/innen in die Vergabekommission und hat Sitz und Stimme im Verwaltungsrat sowie verschiedenen Unterkommissionen.

Im Juli stehen Neuwahlen aller Gremien der VG Bild-Kunst an, wozu der BVR eine umfangreiche Informations- und Mobilisierungskampagne initiiert. Dass nur die Hälfte der BVR-Mitglieder ihr Stimmrecht wahrnehmen, ist enttäuschend. Leider führt es dazu, dass die Interessen von Regisseuren nur bedingt durchsetzbar sind. Der BVR stellt mit Rolf Silber den Vorstand der BG III Film und Fernsehen, darüber hinaus jedoch nur ein Verwaltungsratsmitglied. Diese Unterrepräsentation sollte behoben werden.  Die 100%ige-Veranstaltungstochter BVR Services GmbH organisiert zum dritten Mal den Deutschen Regiepreis METROPOLIS. Erneut wird dazu im Rahmen des Branchengipfels Moviecom518 ein umfangreiches Panelprogramm geboten. Das reicht von der sehr stark nachgefragten Master Class zur Schauspieler-Inszenierung mit Mark Travis über Fachdiskussionen zur Filmurheberschaft und zur Pensionskasse bis zu Workshops zu Drehplan-Programmen und zu VFX-Bearbeitungstools. Die Preisträger 2013 sind: Rainer Erler für das Lebenswerk, (als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst), Margarethe von Trotta für beste Regie Kino für „Hannah Arendt“, Nicole Weegmann für beste Regie Fernsehfilm für „Mobbing“, Kai Wessel für beste Regie Serie für „Zeit der Helden: Episode 3“, Jan Ole Gerster für beste Regie Nachwuchs für „Oh Boy“; Inigo Westmeier für beste Regie Dokumentarfilm für „Drachenmädchen“; Hermine Huntgeburth für beste Regie Kinder- und Jugendfilm für „Die Abenteuer des Huck Finn“; Katharina Dufner (ZDF) für die beste redaktionelle Leistung für „Tore tanzt“; Nina Maag für die beste produzentische Leistung für „Das Wochenende“; als AUDI Actors Award für die beste Schauspielerin: Katja Riemann für „Das Wochenende“ und für den besten Schauspieler: Julius Feldmeier für „Tore tanzt“.

Auf europäischer Ebene ist die Stellungnahme zu einer zukünftigen online-Distribution von AV-Werken besonders wichtig, um das Urheberrecht in Teilen europaweit zu harmonisieren. Die Berufsgruppe Regieassistenz/Continuity führte zwei Fortbildungsveranstaltungen durch: eine zu Drehplanprogrammen und eine zweite zur Zusammenarbeit mit der Produktionsleitung. In der neuen Berufsgruppe Dok-Regie wird ein Gagenspiegel erhoben, um daraus fairere Modelle für zukünftig angemessene Honorierungen von Buch und Regie von Dok.-Filmen bzw. kürzeren Formaten zu entwickeln. Außerdem engagiert sich der BVR für weitere Verbesserungen von ALG I-Bezug, für die Sicherung der KSK sowie zur Entrichtung von Pensionskassen-Beiträgen bei Auftrags- und Co-Produktionen öf.-re. Anstalten.